Die ISO 9001:2015 legt viel mehr Wert auf Führung und Verpflichtung des Topmanagements in Bezug auf das Qualitätsmanagementsystem als die Norm davor. Topmanager sind bereit, sich dabei zu engagieren, sie wissen oftmals aber nicht, wo sie anfangen sollen.

Pauwels Consulting bietet ISO 9001-Workshops als Unterstützung für Topmanager bei der Implementierung der ISO 9001:2015 und der Vorbereitung der dazugehörenden Audits.

Wir haben ein Gespräch geführt mit Luc Marivoet, Prevention Counselor, Quality Officer und ISO 9001-Experte bei Pauwels Consulting, über das Ziel und den Inhalt dieser Workshops.

Luc, kannst du dich kurz vorstellen?

Luc: Gern! Ich bin Luc Marivoet und ich bin zweiundfünfzig Jahre alt. Ich habe mehr als fünfundzwanzig Jahre Erfahrung in Qualitätsmanagementfunktionen und bin jetzt seit fast sechs Jahren bei Pauwels Consulting.

Momentan beschäftige ich mich täglich mit dem Aufsetzen, Implementieren und Aufrechterhalten von ISO 9001-zertifizierten Qualitätsmanagementsystemen, hauptsächlich bei einem großen Bahnunternehmen. Außerdem bin ich bei Pauwels Consulting Prevention Counselor.

„Qualitätsmanagement hat sich früher vor allem in Audits gezeigt.“
2015 wurde die neue ISO 9001:2015 eingeführt. Wie unterscheidet sich diese von der vorherigen Norm im Bereich der Verpflichtung des Managements?

Luc: Als Unternehmen zu Zeiten der ISO 9001:2008 ein Qualitätsmanagementsystem einführen wollten, wurden innerhalb des Managements ein Qualitätsmanager und ein Verantwortlicher der Geschäftsführung bestellt.

Der Qualitätsmanager hat die Implementierung und die Überwachung des Qualitätsmanagementsystems übernommen. Der Verantwortliche der Geschäftsführung hat über eine Managementbewertung eine regelmäßige Bewertung erstellt um zu prüfen, ob mit dem Qualitätsmanagementsystem die beabsichtigten Ergebnisse erzielt wurden.

Das Topmanagement war also verpflichtet, aber diese Verpflichtung konnte auf eine jährliche Bewertung beschränkt bleiben.

Das ist jetzt anders?

Luc: Ganz bestimmt. Die neue ISO 9001:2015 legt viel mehr Wert auf Führung und Verpflichtung des Topmanagements als die Norm davor. Führung bedeutet Vision, Empowerment, Veränderung und Verhalten.

Die Norm fordert von den Topmanagern und Betriebsleitern mehr Engagement für das Qualitätsmanagementsystem und dessen Steuerung. Dahinter steckt die Idee, dass Qualität alle auf jeder Organisationsebene angeht.

Die ISO 9001:2015 möchte damit die Integration in die und die Abstimmung mit den Betriebsprozessen und Strategien fördern. Das Topmanagement muss jetzt mehr Verantwortung für die Effektivität des Qualitätsmanagementsystems übernehmen.

„Die ISO 9001:2015 wird mehr als je zuvor ein Mittel für den strategischen Erfolg sein.“
Ist dies deiner Meinung nach eine positive Entwicklung für das Topmanagement?

Luc: Absolut! Da die Aufmerksamkeit der ISO 9001:2015 stärker auf dem Kontext der Organisation, den Anforderungen und Erwartungen aller Stakeholder und dem Risikomanagement liegt, werden auch die Bedürfnisse des Topmanagements besser berücksichtigt.

Das Qualitätsmanagementsystem wird daher mehr als je zuvor ein Mittel für den strategischen Erfolg sein, in dem die Bedürfnisse aller Stakeholder berücksichtigt und die Risiken und Möglichkeiten gemanagt werden.

Wie äußert sich das in der Praxis?

Luc: Bisher wurde während des Audits ein Interview mit dem Quality Manager oder dem Quality Director geführt. Die neue Norm stellt jetzt klar, dass das Topmanagement selbst die verfolgte Strategie erläutern muss:

  • Welche positiven und negativen Faktoren (intern und extern), die für sein Ziel und die strategische Ausrichtung wichtig sind, werden definiert?
  • Welche internen und externen Stakeholder werden berücksichtigt?
  • Welche Anforderungen und Erwartungen haben diese Stakeholder?
  • Wie geht man damit um?
  • Werden alle diese Informationen regelmäßig überwacht und bewertet?
Kannst du diese Fragen kurz näher erläutern?

Luc: Jedes Unternehmen erarbeitet natürlich selbst eine bestimmte Strategie, aber das Topmanagement muss diese jetzt über das Qualitätsmanagementsystem konkretisieren.

Dabei muss das Topmanagement ergründen, welche möglichen internen und externen Themen für die Festlegung der Unternehmensstrategie wichtig sind, zum Beispiel über eine PESTEL-Analyse.

Eine solche PESTEL-Analyse dient dazu, positive und negative Faktoren, die Einfluss auf die Organisation haben können, darzustellen. PESTEL steht für „politische (political), ökonomische (economic), sozio-kulturelle (social), technische (technological), ökologische (environmental) und rechtliche (legal)“ Faktoren.

Diese Analyse bietet eine Grundlage für die Diskussion über die ISO 9001 im Managementteam. Sie bietet sechs wichtige Themenfelder, über die nachgedacht werden können.

„Früher hat man nur über Kunden gesprochen; heute spricht man über „interessierte Parteien“ oder „Stakeholder“.“
Und danach muss das Management eine Übersicht über die internen und externen Beteiligten erstellen?

Luc: Richtig. Früher hat man nur über Kunden gesprochen; heute spricht man über „interessierte Parteien“ oder „Stakeholder“ im weiteren Sinne. Das können Mitarbeiter sein, Gewerkschaften, lokale, nationale und internationale Behörden, aber auch Nachbarn.

Nachbarn sind zum Beispiel unglaublich wichtige Stakeholder für Bahnunternehmen, das heißt für die Branche, in der ich tätig bin. Wenn man diese Parteien nicht berücksichtigt, dann kann dies der eigenen Strategie oder Planung erheblich in die Quere kommen oder es führt dazu, dass Chancen nicht genutzt werden können.

Wenn die Stakeholder erst einmal aufgelistet wurden, muss das Topmanagement auch prüfen, welchen Einfluss diese Parteien auf das Unternehmen haben, welches Interesse das Unternehmen dabei hat und wie das Unternehmen damit umgehen wird.

„Mit der ISO 9001 kann aus einem Risiko ein Wettbewerbsvorteil gemacht werden. Die ISO 9001 ist daher keine Einschränkung, sondern eine Chance.“
Kannst du ein Beispiel dafür nennen?

Luc: Sicher. Einer der Kunden, die ich persönlich mit einem Qualitätsmanagementsystem unterstütze, wurde mit einer Gesetzesvorlage konfrontiert, mit der er verpflichtet wurde, dass alle seine Produkte bis 2020 biologisch abbaubar sein müssten.

Das war ein wichtiges Thema, da es noch keine Rohstoffe gab, um bestimmte Produkte gemäß dieser Gesetzgebung herzustellen. Dieses Thema wurde bei einer Kontextanalyse und einer Analyse der Anforderungen und Erwartungen der Stakeholder, mit Behörden als wichtigen beteiligten Parteien, zu Tage gefördert.

Das Topmanagement hat darauf reagiert und nicht darauf gewartet, dass Lobbyisten das Gesetz etwas abschwächten, sondern sich auf die Suche nach Rohstoffen gemacht, um die neuen biologisch abbaubaren Produkte herzustellen. Wenn ihnen das gelingt (und die Chance ist realistisch vorhanden), dann werden sie aus einem Risiko eine Chance machen und einen Wettbewerbsvorteil haben.

Wenn man es so betrachtet, dann ist die ISO 9001:2015 daher keine Einschränkung, sondern eine Chance. Eine solche Norm kann die Geschäftstätigkeit in erheblichem Maße unterstützen. Wir haben auf Basis dieser neuen Norm faktisch eine strategische Antwort formuliert. Das Topmanagement wird dadurch noch stärker verpflichtet und das Unternehmen hat damit einen Wettbewerbsvorteil erlangt.

„Welche Fragen werden die Auditoren während des Zertifizierungsaudits stellen?“
Warum wird Pauwels Consulting ISO 9001:2015-Workshops anbieten?

Luc: Pauwels Consulting unterstützt Unternehmen kontinuierlich bei der Implementierung der ISO 9001.

Die erste Frage, die Topmanager uns oftmals während der Implementierung der ISO 9001:2015 und während der Vorbereitung der dazugehörenden Audits stellen, ist: „Welche Fragen werden die Auditoren während des Zertifizierungsaudits stellen?“

Wir sehen beim Topmanagement also häufig Unsicherheit und Zurückhaltung. So kamen wir auf die Idee, sie mit zielgerichteten ISO 9001:2015-Workshops zu unterstützen.

Ich glaube, dass das Topmanagement vieler Unternehmen, abgesehen von langfristiger Unterstützung bei der praktischen Implementierung der ISO 9001:2015, auch Bedarf an Impulsworkshops hat, in denen sie effizienter über die ISO 9001 nachdenken können. Das wird der Unternehmensstrategie nur zugutekommen.

Welches Ziel haben die Workshops?

Luc: Letztendlich zielen die Workshops darauf ab, das Topmanagement dabei zu unterstützen, effizient mit der ISO 9001:2015 umzugehen und sowohl die Risiken als auch die Businessvorteile und Chancen zu identifizieren und zu nutzen.

Wir als Consultants sind dabei einerseits Prozessbegleiter, die Struktur bieten und Aufzeichnungen erstellen, und anderseits die Moderatoren, um effizient und bei der Sache zu bleiben.

Außerdem bieten wir dem Topmanagement einen Rahmen und eine „Road Map“ mit vorbereiteten Fragen, die ein Auditor während eines ISO-Audits stellen kann. So kann es sich gut vorbereiten.

„Wir richten in den Workshops viel Aufmerksamkeit auf das risikobasierte Denken, einem wichtigen Thema innerhalb der ISO 9001.“
Wie lange dauert dieser Workshop?

Luc: Ein ISO 9001:2015-Workshop dauert zwei bis vier halbe Tage, je nach Komplexität des Unternehmens, dem bereits vorhandenen Wissen und der Implementierung der ISO 9001:2015 sowie der Verfügbarkeit der Teilnehmer.

Dabei ist es besonders wichtig, dass alle Mitglieder des Topmanagements teilnehmen. Ansonsten ist es wenig sinnvoll und bekommen sie einen zu einseitigen Blick auf die Stakeholder und Faktoren, die für die Strategie eine Rolle spielen

Luc, vielen Dank für diese interessante Erklärung und viel Erfolg mit den ISO 9001:2015-Workshops und deinen anderen Qualitätsmanagement-Projekten.

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Fragen oder Informationen?

Haben Sie weitere Fragen zum Qualitätsmanagementsystem oder zur ISO 9001:2015? Nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf unter +32 (0)9 324 70 80 oder contact@pauwelsconsulting.com. Wir helfen Ihnen gern!

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